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Down-Syndrom - Entwicklung

Diese Chromosomenveränderung beeinflusst die körperliche und geistige Entwicklung in unterschiedlicher, nicht vorhersehbarer Weise. Deswegen sind Menschen mit Down-Syndrom genauso unterschiedlich wie andere Menschen auch. Gemeinsam haben sie zwar ein charakteristisches äußeres Erscheinungsbild, das aber bei genauem Hinschauen höchst individuell ist und verblüffende Familienähnlichkeiten aufweist.

Medizinische Probleme wie Herzfehler, Darmfehlbildungen, Seh- und Hörstörungen, etc. führten früher dazu, dass sich die Kinder wegen fehlender und unzureichender Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten nicht gut entwickeln konnten. Heute haben sie dank des medizinischen Fortschritts viel bessere Chancen.

Die Erforschung der geistigen Entwicklung hat ergeben, dass Menschen mit Down-Syndrom weit größere Fähigkeiten haben, als man ihnen früher zugetraut hat. Bei Menschen mit Down-Syndrom entwickelt sich die Intelligenz nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie bei nicht behinderten Menschen, jedoch in einem verlangsamten Tempo. Unter Berücksichtigung ihres anderen Lernstils können viele Menschen mit Down-Syndrom mit entsprechender Förderung Sprechen, Lesen und Schreiben lernen. Die Intelligenzentwicklung von Menschen mit Down-Syndrom darf nicht als statisch feste, unveränderliche Größe verstanden werden, denn diese steigt kontinuierlich. Soziale und emotionale Fähigkeiten sind in der Regel sehr gut ausgeprägt. So wie in jedem anderen Menschen stecken auch in jedem Menschen mit Down-Syndrom Möglichkeiten, Talente und Neigungen, die entdeckt und gefördert werden können.

Mit Beginn der Sprachentwicklung spaltet sich die geistige Entwicklung in Teilbereiche auf, die ihrerseits jeweils unterschiedliche Entwicklungsverläufe nehmen. Die meisten Kinder mit Down-Syndrom können mit anschaulichen und konkreten Aufgaben recht gut problemlösend umgeben, während sie mit bildhaften und sprachlichen Symbolisierungen oder mit Kurzzeit-Merkaufgaben größere Schwierigkeiten haben.

Sprachentwicklung

Fast alle Kinder mit Down-Syndrom weisen im sprachlichen Bereich vielfältige typische Beeinträchtigungen auf. Typisch ist beispielsweise für die Artikulation, dass diese Kinder Laute isoliert und in einzelnen Wörtern durchaus sprechen können, jene aber in manchen Wörtern regelmäßig auslassen oder ersetzen. Die Ursache hierfür beruht auf der Schwierigkeit der auditiv-kinästhetischen Erinnerung, also wie eine Lautfolge zu produzieren ist (Wilken 2004).

Medizinische Vorsorge

Für Menschen mit Down-Syndrom gelten die gleichen Empfehlungen in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge wie für die übrige Bevölkerung. Das Risiko angeborener Fehlbildungen oder bestimmter Erkrankungen und Funktionsstörungen, die auch später im Laufe ihres Lebens erworben werden können, ist jedoch erhöht. Deshalb sind zusätzlich spezifische Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen erforderlich, damit eine optimale Förderung und gesellschaftliche Integration gewährleistet ist. Auch wenn es für das Down-Syndrom spezifische Gesundheitsprobleme wie z.B. Herzprobleme gibt und angeraten wird, diese Kinder regelmäßig von Fachleuten untersuchen zu lassen, kann man nicht feststellen, dass alle Kinder mit Down-Syndrom überempfindlich und häufig krank sind. Die meisten Kinder erfreuen sich guter Gesundheit.

Weitere spezifische Informationen zu angeborenen Fehlbildungen und medizinischen Problemen können Sie unserem Flyer „Medizinische Vorsorge bei Menschen mit Down-Syndrom“ entnehmen, den wir Ihnen gerne auf Anfrage zusenden.

31.10.2010