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11.02.2025

Arzneimittelknappheit in Deutschland: Ursachen und Lösungen im Überblick

Lieferengpässe bei Arzneimitteln, wie kürzlich etwa Fiebersäfte für Kinder, haben in Deutschland immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Diese Situation wirft die Frage auf, welche Ursachen hinter einer Arzneimittelknappheit stecken und welche Lösungen es für betroffene Patientinnen und Patienten gibt. Zusätzlich stellt sich die Frage, was es mit Rabatt-Arzneimitteln auf sich hat und welche Behörden über mögliche Engpässe informieren.

Die Gründe für Lieferengpässe sind vielfältig und liegen oft in der globalisierten und spezialisierten Struktur der Arzneimittelherstellung. Die Produktion von Wirk- und Hilfsstoffen findet hauptsächlich in Asien, insbesondere in China und Indien, statt. Trotz der Bemühungen aller Beteiligten kann es zu Problemen kommen, wenn etwa Produktionsausfälle oder Qualitätsprobleme in einer einzelnen Anlage auftreten. Verspätete Lieferungen, Knappheit an Hilfsstoffen oder technische Störungen können die Produktion erheblich beeinträchtigen. Auch gesetzliche Vorgaben und unerwartete Bedarfsanstiege spielen eine Rolle.

Jede Ursache für eine Arzneimittelknappheit erfordert individuelle Lösungen. Eng abgestimmt mit den Zulassungsbehörden müssen Hersteller neue Bezugsquellen finden und eine umfassende Qualitätssicherung durchführen. Politische Initiativen haben in den letzten Jahren versucht, die Situation zu verbessern, doch es bedarf weiterer Maßnahmen wie mehr Transparenz und die Stärkung der Produktion versorgungskritischer Medikamente.

Ein Lieferengpass bedeutet nicht zwangsläufig einen Versorgungsengpass. Oft sind nur bestimmte Packungsgrößen oder Darreichungsformen betroffen. In solchen Fällen sollten sich Patientinnen und Patienten an ihre Arztpraxis oder Apotheke wenden, um Alternativen zu besprechen. Krankenkassen schließen Rabattverträge mit verschiedenen Herstellern ab, um Versorgungslücken zu vermeiden. Wenn ein Vertrags-Arzneimittel nicht verfügbar ist, kann die Apotheke ein wirkstoffgleiches Medikament eines anderen Herstellers anbieten.

Bei Impfstoffen ist die Herstellung besonders komplex und zeitaufwendig. Verzögerungen können auftreten, insbesondere bei der Vermehrung der erforderlichen Erreger. Behörden wie das Paul-Ehrlich-Institut informieren über Lieferengpässe und geben Empfehlungen zu Alternativen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bietet ständig aktualisierte Übersichten, die Krankenhäusern und Apotheken helfen, sich auf mögliche Engpässe vorzubereiten.

Quelle: http://www.barmer.de

Thema: Informationen Gesundheit | 11.02.2025 |

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