26.01.2026
Assistenz und Teilhabe sind kein Luxus
Zum Artikel von Christina Schröder in der Zeitung Die Welt am 11.12.2025 hat der Berufsverband Sonderpädagogik eine Stellungnahme veröffentlicht:
In ihrem jüngsten Beitrag reduziert Kristina Schröder Assistenzleistungen
für Menschen mit Behinderungen auf ein Kostenproblem. Dabei werden
zentrale Aspekte von Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und
gesellschaftlicher Teilhabe verkannt.
Assistenz ist kein Luxus - sie sichert Bildung, Arbeit, Wohnen und soziale
Teilhabe und entlastet Familien sowie gesellschaftliche Systeme
langfristig. Assistenzleistungen sind keine freiwilligen Extras, sondern
eine grundlegende Voraussetzung für Teilhabe, Selbstbestimmung und
gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen - und sie
verhindern langfristig enorme Kosten durch teure stationäre
Unterbringungen.
Als Verband Sonderpädagogik warnen wir davor, Sparzwänge in den
öffentlichen Haushalten auf dem Rücken von Menschen mit Behinderungen und
Teilhabeeinschränkungen auszutragen. Einsparungen bei Assistenzleistungen
führen nicht zu nachhaltiger Entlastung öffentlicher Haushalte, sondern
zu Exklusion, Überforderung von Angehörigen und steigenden Folgekosten -
insbesondere bei allen Unterstützungsbedarfen wie z.B. Leben im Autismus-
und ADHS-Spektrum sowie mit Traumafolgen, die auch Frau Schröder dezidiert
benennt. Auf Wunsch stellt der vds hier gern allen Kommunalpolitikerinnen
und Kommunalpolitikern konkrete Beispiele zur Verfügung.
Eine seriöse Debatte über Sozialausgaben muss diese Perspektiven
einbeziehen und die Verpflichtungen Deutschlands aus der
UN-Behindertenrechtskonvention und der geltenden deutschen Rechtslage
respektieren. Die Diskussion um steigende Ausgaben darf nicht isoliert auf
kommunaler Ebene geführt werden: *Teilhabe ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe* und braucht eine verlässliche,
solidarische Finanzierung - statt Kürzungsdebatten, die grundlegende
Rechte infrage stellen.
Thema: Informationen Familie & Kind | 26.01.2026 |
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