Familie & Kind
Das Präsidium des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat am 25. März 2026 Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen beschlossen.
Die Befragung ist abgeschlossen und auch die letzten Papierfragebögen sind per Post bei der Beauftragten der Bundesregierung angekommen. Insgesamt haben, innerhalb von dreieinhalb Monaten, mehr als 35.00 Menschen teilgenommen!
Nun beginnt die systematische Auswertung der Daten. Die Veröffentlichung der zentralen Ergebnisse ist für das Jahr 2027 geplant. Weitere Informationen zu Studie finden Sie unter: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/was-wir-machen/forschung/forschung-node.html
Die Lebenshilfe hat Ende Februar eine Petition beim Deutschen Bundestag initiiert. Hauptpetentin ist wegen ihrer großen Bekanntheit Ulla Schmidt. Aktuell wird die Petition vom Petitionsausschuss geprüft und hoffentlich alsbald veröffentlicht. Wir haben uns als Veröffentlichungstermin den 13.04.2026 gewünscht, wissen aber leider nicht, ob dies vom Ausschuss berücksichtigt wird. Den Petitionstext finden Sie auf http://www.lebenshilfe.de. Die Petition ergänzt die seit Februar auf Social Media laufende Kampagne Teilhabe ist Menschenrecht, die vom AKDS unterstützt wird.
Für eine öffentliche Anhörung vor dem Petitionsausschuss sind 30.000 Unterschriften innerhalb von 6 Wochen nach der Veröffentlichung erforderlich. Damit die Petition nicht nur die erforderlichen Unterschriften erhält, sondern darüber hinaus eine möglichst hohe Bekanntheit und Unterstützung erfährt, veröffentlichen wir den Aufruf hier. Wir werden nach Veröffentlichung weiter berichten.
Auf ihrer Frühjahrs-Konferenz haben die Fachverbände für Menschen mit Behinderung das Positionspapier „Gute Pflege für Menschen mit Behinderung und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige!“ verabschiedet. In dem Papier machen die Fachverbände deutlich, was sie von der Pflegereform der Bundesregierung erwarten.
GKV-SV-Sprecher Florian Lanz sagte auf Gesundheit+Gesellschaft-Anfrage, die Krankenkassen nähmen insgesamt nicht zu wenig ein, sondern die Ausgaben seien zu hoch. Die Krankenkassen wendeten jeden Tag über eine Milliarde Euro für die Versorgung ihrer 75 Millionen GKV-versicherten Bürgerinnen und Bürger auf. „Das ist sehr viel Geld, das muss reichen.“ Auch Söder forderte, statt minimale Mehreinnahmen zulasten der Familien zu generieren, müssten die Ausgaben der Kassen runter.
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil schrieb den Vorschlag Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zu. Seine Partei werde sich den Vorschlag genau ansehen, wie es sich in einer Koalition gehöre, sagte der Bundesfinanzminister bei einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung. Wie auch die Abschaffung des Ehegattensplittings könne ein Aus der Mitversicherung von Ehepartnern Fehlanreize im Arbeitsmarkt beseitigen und die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Frauen stärken.
Ob vorgeburtliche Bluttests auf Trisomien wie das Down-Syndrom als gesetzliche Kassenleistung dem Willen des Gesetzgebers entsprechend eingesetzt werden, muss dringend überprüft werden. Das fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März. Der Verband unterstützt damit einen fraktionsüber-greifenden Antrag (Drucksache 21/3873) im Deutschen Bundestag, der am kommenden Freitag beraten werden soll. Mehr als 100 Abgeordnete haben den Antrag jetzt erneut gestellt, nachdem es 2025 wegen der vorgezogenen Neuwahl nicht zu einer Abstimmung gekommen war.
Der Welt-Down-Syndrom-Tag (WDST) am 21.03. wirft Schatten voraus. Dem Neufeld-Verlag verdanken wir den Hinweis auf die Geschichte von Prinz Seltsam.
Wie feiern Sie den Tag? Schreiben Sie uns an .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Email-Adresse zu sehen)
Der international bekannte Krückentänzer Stix besucht bayerische Städte und untersucht sie auf Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer. Er lässt sich die Städte von lokalen Führern zeigen, vorzugsweise mit irgendeiner Art von Beeinträchtigung. In Passau war es eine Familie mit Tochter mit dem Down-Syndrom.
https://www.youtube.com/watch?v=IKG0kvZ8mgw
Zum Weltfrauentag am 8. März machen wir auf die enorme Ungleichverteilung der Pflegearbeit aufmerksam: Über 60 Prozent der häuslichen Pflege übernehmen Frauen, bei pflegebedürftigen Kindern sind mehr als 80 Prozent der Hauptpflegepersonen Mütter.
Fehlende Entlastungsangebote zwingen viele pflegende Frauen, ihre Berufstätigkeit drastisch einzuschränken. Die Konsequenz: Jede vierte Frau ist armutsgefährdet. Für eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf fordern wir bedarfsgerechte Entlastungsangebote vor Ort, einfachere Freistellungsmöglichkeiten und die Einführung eines Familienpflegegeldes. Für Angehörige, die Pflege und Erwerbstätigkeit dauerhaft nicht vereinbaren können zusätzlich ein Care-Gehalt sowie eine verlässliche rentenrechtliche Absicherung.
Die Initiativen Enough! Genug!, Hunderttausendmütter und das Töchter Kollektiv rufen Frauen weltweit dazu auf, ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit am 9. März niederzulegen.
Mit einer großen bunten Socken-Kette setzt der Verein „21malDREI – Initiative Trisomie 21 Frankfurt e.V.“ (21malDREI) ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe.
Unter dem diesjährigen Motto „GEMEINSAM STATT EINSAM“ lädt der Verein am 13.3.2026 um 11 Uhr zur großen Mitmach-Aktion an den Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Frankfurter Römerberg ein. Zahlreiche Familien mit Kindern mit Trisomie 21 werden gemeinsam eine riesige Wäscheleine voller selbst gestalteter, bunter Socken rund um den Brunnen spannen und damit symbolisch Justitia, die Figur der Gerechtigkeit, „umarmen“. Mitten im Herzen Frankfurts entsteht so ein kraftvolles Bild für Inklusion und Gemeinschaft.
Der Deutsche Caritasverband (DCV) und die Stiftung SeeYou fordern die Bundesregierung auf, zeitnah eine gesetzliche Grundlage für die Finanzierung von Lotsendiensten in Deutschlands Geburtskliniken zu schaffen. Babylotsen beraten Eltern unmittelbar nach der Entbindung und vermitteln den Zugang zu weiterführenden Hilfsangeboten.
Bei 15 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder ist eine gute Entwicklung heute erkennbar gefährdet, weil die Familien erheblich belastet und Unterstützungsangebote für sie nur schwer erreichbar sind. Das sind doppelt so viele wie 2017. Die Zahl der Fälle von Vernachlässigung und Misshandlung ist auf einem Höchststand. Die gesetzlich verbindliche Finanzierung von Babylotsen-Angeboten, für die pro Geburt 56 Euro veranschlagt werden müssten, ist deutlich weniger kostspielig als die Folgekosten der beschriebenen Gefahren, betonte der Caritasverband bei einer Veranstaltung mit Bundestagsabgeordneten in Berlin. Die Finanzierung könnte je hälftig aus Mitteln der Gesundheits- und der Jugendhilfe erfolgen.
Am 26. Februar soll hierzu auch im Kanzleramt mit Ländern und Kommunen gesprochen werden, obwohl erst gestern das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Vorschläge aus dem Bund-Länder-Dialog zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe mit den Verbänden beraten hat. Schon die Sozialstaatskommission hat gefordert, dieser Dialogprozess solle auf „konkrete Maßnahmen zur zeitnahen Begrenzung der Kosten fokussieren und diese verlässlich bis Mitte 2026 vorlegen“. Diese immer neuen Beratungsprozesse verunsichern Menschen mit Behinderung und ihre Familien. Sie wissen aber die Anbieter längst nicht mehr uneingeschränkt auf ihrer Seite.
Ferda Ataman, die unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung und Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, informiert über die große Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen. Sie schreibt uns:
“Noch bis Sonntag können Sie an der großen, deutschlandweiten Befragung zu Diskriminierungserfahrungen teilnehmen. Denn jede Erfahrung zählt!
Worum geht es? Ob im Beruf, in der Ausbildung oder im Privatleben – ob aufgrund des Alters, der Herkunft oder des Geschlechts – Diskriminierung kennt viele Formen und kommt in den unterschiedlichsten Lebensbereichen vor. Für viele Menschen ist sie bedauerlicherweise Alltag. Eine umfassende Übersicht über das Ausmaß und die Ausprägungen von Diskriminierung zu erhalten, ist ein zentraler Schritt, um das zu verdeutlichen und effektiv gegen sie vorgehen zu können.
Noch bis Sonntag führt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die bislang größte Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland durch. Über 25.000 Menschen haben schon an der Umfrage teilgenommen und von ihren individuellen Diskriminierungserfahrungen berichtet.
Wer kann an der Umfrage teilnehmen?
An der Umfrage können alle Menschen ab 14 Jahren teilnehmen, die in Deutschland Diskriminierung erlebt haben. Die Teilnahme ist anonym, barrierearm und in vielen Formaten und Sprachen möglich.”
http://www.diskriminierung-umfrage.de
Lebenshilfe startet bundesweite Kampagne gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe
Die Kommunen klagen immer lauter über leere Kassen – und fast täglich kommen neue, unzumutbare Sparvorschläge. Seit sogar Kanzler Merz die Kosten der Eingliederungshilfe kritisiert hat, wächst die Angst bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien. Sie befürchten, dass Leistungen der Eingliederungshilfe schon bald gekürzt werden könnten. Die Lebenshilfe startet deshalb heute ihre bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“. Damit will die Lebenshilfe der Öffentlichkeit zeigen, wie wichtig die Eingliederungshilfe für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist.
Mit der Vorhabenplanung 2026 hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) seine politischen Schwerpunkte unter dem Leitmotiv »Bessere Bildung – Starke Familien – Resiliente Demokratie« für dieses Jahr vorgestellt. Im Bereich Bessere Bildung stehen unter anderem ein gemeinsamer Bund-Länder-Arbeitsprozess für Bessere Bildung, die weitere Umsetzung des Startchancen-Programms oder der Digitalpakt 2.0 im Mittelpunkt. Ziel ist es, Chancengerechtigkeit zu stärken und die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems nachhaltig zu verbessern. Unter dem Schwerpunkt »Starke Familien« plant das Ministerium unter anderem Reformen beim Elterngeld, Maßnahmen im Bereich Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt oder die Sicherung der Funktionsfähigkeit der Kinder- und Jugendhilfe. Mit dem Leitgedanken einer Resilienten Demokratie verbindet das Ministerium die Etablierung eines Bundesgesellschaftsdienstes, die Stärkung jüdischen Lebens in Deutschland sowie die Weiterentwicklung und unabhängige Evaluation des Bundesprogramms »Demokratie leben!«. Zukünftige Schwerpunkte des Programms sollen »Extremismusprävention im digitalen Raum sowie zur Islamismus- und Antisemitismusprävention sowie Demokratiebildung in der Arbeits- und Unternehmenswelt« sein. Hierfür ist als nächster Schritt eine Überarbeitung der Förderrichtlinie für Förderungen ab 2025 vorgesehen. Ziele der Überarbeitung sind: 1. Neue Struktur und Inhalt, 2. Mehr Anbindung an Regelstrukturen, z. B. Schule und Sport, 3. Mehr Reichweite durch neue Schwerpunkte, z.B. digitaler Raum, 4. Anpassungen der Evaluation.
Am 27. Januar 2026 nahm Bundesministerin Bärbel Bas die Ergebnisse der Sozialstaatskommission entgegen. Die aus Vertreter*innen von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden bestehende Kommission hatte über einen Zeitraum von fünf Monaten hinweg Empfehlungen zur Modernisierung des Sozialstaats erarbeitet und dabei Vertreter*innen von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden sowie externe Expert*innen einbezogen. Der Abschlussbericht enthält 26 Vorschläge zur Verbesserung der Bürgerfreundlichkeit, Effizienz und Digitalisierung, ohne das soziale Schutzniveau zu reduzieren. Unter anderem werden Rechtsvereinfachungen, klarere Begrifflichkeiten, Pauschalierungen, digitale Antragstellungen und ein verbesserter Informationsaustausch zwischen Behörden empfohlen. Bundesministerin Bas bezeichnete das Paket als ambitioniert und betonte, dass Bund, Länder und Kommunen die Vorschläge gemeinsam umsetzen sollen, um sozialstaatliche Leistungen einfacher, gerechter und effizienter bereitzustellen.
Seit Juli 2022 werden die Kosten für nicht-invasive Pränataltests (NIPT), die untersuchen, ob beim Fötus eine Wahrscheinlichkeit für Trisomie 13, 18 oder 21 vorliegt, von den Krankenkassen finanziert. Auch wenn eine entsprechende Indikation vorliegen muss, sind die Zahlen der Inanspruchnahme massiv gestiegen. Eine Gruppe Bundestagsabgeordneter fordert nun unter anderem ein Monitoring der Folgen der Kassenzulassung.
Zum heute im Kabinett beschlossenen Gesetzentwurfs zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) erklärt Leander Palleit, Leiter der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte:
„Der Gesetzentwurf der Bundesregierung bleibt in vielen Punkten hinter den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention an eine inklusive und moderne Gesellschaft zurück. Die Privatwirtschaft wird nicht zu Barrierefreiheit verpflichtet, lediglich auf Anfrage und im Einzelfall muss sie Maßnahmen ergreifen. Selbst kleine Anpassungen von Gütern und Dienstleistungen werden bislang pauschal für unzumutbar erklärt, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Auch die Sanktions- und Klagemöglichkeiten sind im Entwurf auf ein Minimum beschränkt. So bleibt das Benachteiligungsverbot in der Privatwirtschaft nahezu wirkungslos und das geplante Gesetz wird kaum Verbesserungen für die Bürger*innen bringen. Deshalb legen wir den Abgeordneten des Bundestags dringend nahe, den Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren nachzubessern und dafür zu sorgen, dass sich die Privatwirtschaft schrittweise für mehr Barrierefreiheit engagiert. Ein Blick in andere Länder, wie beispielsweise die USA, zeigt: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Barrierefreiheit im privaten Sektor ist entscheidend für eine nachhaltige und flächendeckende Umsetzung.
Suizidpräventionsgesetz überfällig - Methodenrestriktion muss Suizidassistenz umfassen
Berlin, 29.01.2026. Der Deutsche Caritasverband e.V. ist alarmiert von den Entwicklungen der Suizidraten in Deutschland. Nach aktuellen Zahlen bleibt Suizid weiterhin die häufigste Todesursache bei jungen Menschen. Gleichzeitig nehmen Suizide von Menschen über 65 Jahren drama-tisch zu. Hier ist die Suizidrate seit 2020 um 30 Prozent angestiegen. In dieser Altersgruppe ist die Zahl der assistierten Suizide besonders hoch. Es sind hier vor allem Frauen, die Suizidassistenz in Anspruch nehmen.
Die Kommission zur Sozialstaatsreform (KSR) hat Vorschläge zur Modernisierung und Entbürokratisierung der verschiedenen Sozialleistungssysteme (Bürgergeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld) vorgelegt. Die Diskussion hierzu kann in den Medien verfolgt werden.
Eine erste Bewertung des Paritätischen zu den Vorschlägen finden Sie unter: https://t1p.de/620iz
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