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01.04.2025

Reformbedarf im Gesundheitswesen: Eine kritische Analyse der aktuellen Milliardeninvestitionen

Der Bundesrat hat ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Paket verabschiedet, das die marode Infrastruktur sanieren soll. Doch neben neuen Baustellen machen bereits alte Probleme von sich reden: Lobbygruppen und Selbstverwaltungsinstitutionen fordern einen großen Anteil des Geldes. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht das kritisch und warnt vor einer einfachen Geldspritze ohne tiefgreifende Veränderungen.

Die DBfK-Präsidentin Vera Lux sieht in der aktuellen Debatte um das Sondervermögen nicht die Lösung, sondern eher ein Symptom des eigentlichen Problems. Aus ihrer Sicht verdecken die zusätzlichen Mittel die grundlegenden strukturellen Schwächen des Gesundheitssystems. Tatsächlich, so zeigen internationale Vergleiche, gibt Deutschland mehr Geld für Gesundheit aus als die meisten Länder – jedoch ohne bessere Ergebnisse zu erzielen. Der DBfK fordert deshalb, dringend notwendige Reformen anzugehen, anstatt sich auf kurzfristige Finanzhilfen zu verlassen.

Lösungen sieht der DBfK in einem modernen Gesundheitssystem, das Hierarchien hinterfragt, Aufgaben anders verteilt und der professionellen Pflege mehr Kompetenzen gibt. Der Fokus sollte stärker auf Prävention und Gesundheitsförderung liegen, um nachhaltig Kosten zu sparen und die Versorgung zu sichern. Auch die Langzeitpflege steht im Mittelpunkt der Reformvorschläge: Bürokratieabbau könnte hier die Arbeitsbelastung reduzieren, sodass mehr Zeit für direkte Pflege bleibt.

Ein weiterer Ansatz ist die stärkere Förderung lokaler Netzwerke, die Pflege, Medizin und Sozialarbeit verbinden. Community Health Nurses könnten hier eine zentrale Rolle spielen und die gesundheitliche Versorgung in Stadt und Land sicherstellen. Sie wären Anlaufstelle für die Bevölkerung und fördern die sektorenübergreifende Zusammenarbeit.

Der DBfK ruft die Politik dazu auf, endlich den Mut für echte Reformen aufzubringen. Anstatt Milliarden in ein überholtes System zu investieren, brauche es ein Umdenken, das die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens sichert und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Quelle: http://www.dbfk.de

Thema: Informationen | 01.04.2025 |

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