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09.10.2026

Engagement mit allen – was der BBE-Newsletter für Inklusion und Teilhabe bereithält

Inklusives Theater mit Preis, ein Inklusionsfußballspiel zum World Cleanup Day und die Forderung, Inklusionspolitik konsequent fortzuführen: Der aktuelle Newsletter des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) zeigt, wie eng Engagement und Teilhabe zusammengehören – und wo Strukturen gerade wackeln.

Ein ausgezeichnetes Beispiel: inklusives Theater auf Augenhöhe

Die Freilichtbühne Alfter aus Nordrhein-Westfalen erhält den 9. Deutschen Amateurtheaterpreis amarena des Bundes Deutscher Amateurtheater (BDAT). Aus 118 Bewerbungen wurden sieben Gruppen nominiert. Die Jury hob unter anderem den partizipativen und inklusiven Ansatz hervor: Rund 80 Menschen mit und ohne Behinderung, Profis und Amateurinnen und Amateure, wirkten im Ensemble mit und arbeiteten auf Augenhöhe. Die Simultanübersetzung in Gebärdensprache ist fester Bestandteil der künstlerischen Kommunikation. Unter den Nominierten war auch das Theater Inklusiv Ludwigsburg. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und wird künftig jährlich vergeben.

Für Menschen mit Behinderungen ist das mehr als eine Kulturmeldung. Es zeigt, wie Teilhabe am kulturellen Leben – ein Recht nach Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention – gelingen kann, wenn Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht wird.

Inklusion auch beim World Cleanup Day

Beim World Cleanup Day 2026 beteiligten sich bundesweit über 650.000 Menschen an 11.634 Aufräumaktionen in 2.912 Kommunen. In der Fokusstadt Bonn begann der Tag mit einem Inklusionsfußballspiel: Bonner SC gegen die „Ziemlich Besten Freunde“ aus Leuth. Gemeinsames Engagement für die Umwelt wurde so mit Begegnung im Sport verbunden.

Nach den Wahlen: Inklusionspolitik nicht aus dem Blick verlieren

Der Newsletter sammelt Stimmen der Zivilgesellschaft nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im September 2026. Organisationen äußern Sorge um Bedrohungslagen, engere Handlungsspielräume und Diskriminierung marginalisierter Gruppen. Die Lebenshilfe Berlin fordert mit ihren Wahlforderungen „Berlin für Alle“ unter anderem die konsequente Fortführung der Inklusionspolitik. Der Paritätische Berlin verweist auf die Notwendigkeit nachhaltiger, langfristiger Rahmenbedingungen für gemeinnützige Organisationen.

Verlässliche Förderung für Engagement

Mehr als 80 Organisationen haben das BBE-Positionspapier „Zivilgesellschaft stärken – jetzt!“ unterzeichnet. Gefordert werden langfristige, bedarfsgerechte Förderstrukturen, weniger Bürokratie, ein Demokratiefördergesetz und ein Engagementfördergesetz – ausdrücklich auch, um gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft abzusichern.

Wie fragil solche Strukturen sind, zeigt das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“: Der Haushaltsentwurf 2027 sieht bislang keine Fortführung dieses Patenschaftsprogramms vor. Das BBE hat dazu eine Petition gestartet, die bereits über 3.400 Menschen unterzeichnet haben. Für Familien, deren Alltag auf ehrenamtlicher Begleitung und Vernetzung beruht, sind solche Programme ein wichtiger Baustein sozialer Teilhabe.

Freiwilligendienste und Jugendbeteiligung

Der Bundesfreiwilligendienst wird 15 Jahre alt; seit 2011 haben sich rund 650.000 Menschen engagiert, jährlich sind es etwa 35.000. Die Bundesregierung kündigte an, Mittel aufzustocken und zusätzliche Plätze zu schaffen. Außerdem liegt ein Bericht zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ vor, mit 70 Forderungen – darunter verständliche Informationen zu Datenschutz und Algorithmen sowie transparente Meldeverfahren. Verständlichkeit ist dabei ein Anliegen, das gerade für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten besonders zählt.

Was das für Familien bedeutet

Inklusion entsteht dort, wo Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam handeln – auf der Bühne, auf dem Fußballplatz oder im Ehrenamt. Damit das so bleibt, braucht es verlässliche Förderung und eine Politik, die Inklusion nicht als Zusatz, sondern als Grundlage versteht. Positiv: Das BBE gestaltet die PDF-Dokumente seines Newsletter-Schwerpunkts nach eigenen Angaben möglichst barrierearm.

Quelle: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, https://www.b-b-e.de

Thema: Informationen Selbsthilfe | 09.10.2026 |

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