30.09.2026
Kinder- und Jugendhilfe: heftige Kritik der Länder
Das aktuelle Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (Entwurf) ist als erste Stufe einer zweiteiligen Strukturreform angelegt. Es soll Infrastrukturangebote stärken, Verfahren vereinfachen und die kommunale Steuerungsfähigkeit verbessern. Bei der Bildungsassistenz sind von Betroffenenverbänden kritisierte Gruppenangebote nach dem Pooling-Prinzip vorgesehen. Eine Experimentierklausel soll die Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen mit Behinderungen erproben. Das geht den Ländern aber nicht weit genug. Sie wollen vor allem, dass der Bund mehr Kosten übernimmt ohne die Vorrechte der Länder einzuschränken.
Die SPD, sonst nicht gerade für eine gute Beteiligung Betroffener bekannt, fordert auf Länderebene eine stärkere Einbindung von Kommunal-, Wohlfahrts- und Fachverbänden. „Nur so werden wir eine Gesamtstrukturreform aus einem Guss erreichen“. Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) bezeichnete den Entwurf gegenüber dem Referentenentwurf als „entscheidenden Rückschritt“.
Auch Sozialverbände haben Nachbesserungen verlangt. Der Kinderschutzbund kritisiert vor allem die Vorrangregelung bei den Hilfen zur Erziehung und Änderungen bei Qualitätsstandards.
Thema: Informationen Gesundheit Familie & Kind | 30.09.2026 |
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