Kommunen am Limit, Unterstützte Elternschaft im Fokus
Die Kommunen tragen einen großen Teil der sozialstaatlichen Aufgaben – und geraten finanziell immer stärker unter Druck. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge widmet dem Thema ein Themenheft. Im August-Newsletter finden sich außerdem wichtige Hinweise für Menschen mit Behinderung, etwa zur Unterstützten Elternschaft.
Die Rolle der Kommunen im Sozialstaat
Angespannte Haushaltslagen und immer neue Aufgaben bringen viele Kommunen an ihre Grenzen. Das Themenheft „Die Rolle der Kommunen bei der Gestaltung sozialstaatlicher Aufgaben“ (Archiv Nr. 3/2026) analysiert strukturelle Ursachen und zeigt Reformwege auf: von einer Reform der föderalen Lastenverteilung und des Subsidiaritätsprinzips über integrierte Sozialplanung bis zu einer partizipativ gestalteten digitalen Transformation.
Für Menschen mit Behinderung ist das hoch relevant: Viele Leistungen der Teilhabe, etwa Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege oder Angebote im Sozialraum, werden vor Ort organisiert. Wenn die Kommunen sparen müssen, spüren das Betroffene und Familien unmittelbar.
Hilfe zur Pflege: Einfachere Anträge mit KI?
Der Arbeitskreis Grundsicherung und Sozialhilfe des Deutschen Vereins hat im Juli 2026 beraten, wie sich die Beantragung von Leistungen der Hilfe zur Pflege vereinfachen und gleichzeitig die Sozialämter entlasten lassen – auch mithilfe Künstlicher Intelligenz. Einfachere Antragsverfahren wären für viele Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen ein echter Gewinn, sofern sie barrierefrei und verständlich gestaltet sind.
Kita-Qualität: Stellungnahme zum neuen Gesetz
Zum Referentenentwurf des KiTa-Startchancen- und -Qualitätsverbesserungsgesetzes begrüßt die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins das Ziel, die Qualität der Kindertagesbetreuung zu stärken und Startchancen unabhängig von der Herkunft zu verbessern. Beim Förderauftrag sieht sie aber noch Änderungsbedarf; die degressive und unzureichende Ausgestaltung der Bundesmittel lehnt sie ab.
Unterstützte Elternschaft: Fachtagung im Oktober
Besonders hervorzuheben ist die Veranstaltung „Familie selbstbestimmt leben – Unterstützte Elternschaft im Fokus“ vom 26. bis 27. Oktober 2026 in Erkner. Der Deutsche Verein betont: Das Recht auf Elternschaft gilt für alle Menschen. Eltern mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen haben Anspruch auf Leistungen der Unterstützten Elternschaft, etwa Elternassistenz oder begleitete Elternschaft. Dieses Recht ist auch in Artikel 23 der UN-Behindertenrechtskonvention verankert und betrifft zunehmend auch Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Weitere Termine
- 14. Oktober 2026, Hannover: Kooperation von Jugendhilfe, Schule und Gesundheitswesen im Kinderschutz (mit der BAG ASD).
- 5. bis 6. November 2026, Potsdam: 10. Deutscher Sozialgerichtstag zur Situation der sozialen Sicherungssysteme.
- 15. bis 16. Oktober 2026, Berlin: SOS-Fachtagung zur Aufarbeitung von Unrecht in der Kinder- und Jugendhilfe.
Aus dem Verlag
Das Themenheft „Prävention und Partizipation: neue Ansätze in der Altenhilfe“ stellt Ansätze vor, die Selbstbestimmung und Teilhabe im Alter fördern. Eine Studie von Nina Breßlein fragt, warum soziale Berufe zwar als systemrelevant gelten, aber zu wenig Anerkennung erfahren – ein Thema, das angesichts des Fachkräftemangels auch die Behindertenhilfe betrifft.
Mehr Informationen: https://www.google.com/url?q=https://www.deutscher-verein.de&source=gmail&ust=1791525800438000&sa=E
Quelle: Newsletter des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. 8/2026
Thema: Informationen Familie & Kind | 05.11.2026 |