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12.10.2026

Pflegeneuordnungsgesetz: bvkm warnt vor Rückschritt für pflegende Eltern

Das von der Bundesregierung beschlossene Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) schafft flexible Entlastungsleistungen ab. Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) sieht darin einen enormen Rückschritt – besonders für Eltern von Kindern mit Behinderung.

Kritik am Pflegeneuordnungsgesetz

Am 30. September 2026 hat die Bundesregierung das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) beschlossen. Für den bvkm bedeutet es einen enormen Rückschritt für pflegende Angehörige. Besonders die Abschaffung der flexiblen Entlastungsleistungen wirke sich verheerend für Eltern von Kindern mit Behinderung aus.

Die bvkm-Vorsitzende Beate Bettenhausen findet deutliche Worte: „Wer hier spart, schwächt die häusliche Pflege, und fährt das Pflegesystem, das zum größten Teil von den pflegenden Angehörigen getragen wird, auf Dauer an die Wand.“

Abgelehnte Eingliederungshilfe: Widerspruch prüfen

Der bvkm gehört zu den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung, die eine neue, kostenfreie „Praxishilfe – Widerspruch bei abgelehnter Eingliederungshilfe“ veröffentlicht haben. Hintergrund: Leistungen werden oft mit Verweis auf vorrangige Pflegeleistungen oder eine angeblich fehlende „Teilhabefähigkeit“ abgelehnt. Solche Entscheidungen sind nach Einschätzung der Fachverbände nicht immer rechtmäßig. Die Praxishilfe steht auf https://www.google.com/url?q=http://www.diefachverbaende.de&source=gmail&ust=1791611978484000&sa=E bereit.

Vorsorge: Was kommt nach den Eltern?

Viele Eltern beschäftigt die Frage, wie es weitergeht, wenn sie selbst nicht mehr da sind. Zwei Angebote des bvkm greifen das auf:
- Online-Seminar „Behindertentestament: Der Erbfall – Was ist zu tun?“ am 11. November 2026 (Anmeldeschluss: 12. Oktober 2026). Es geht darum, welche Aufgaben im Erbfall auf Erben, Testamentsvollstrecker und rechtliche Betreuer zukommen. Ein Behindertentestament ermöglicht es Eltern, ihr Vermögen so zu vererben, dass ihr Kind mit Behinderung tatsächlich davon profitiert.
- Forum „Aufbruch! – Was kommt nach den Eltern?“ am 7. November 2026 für Menschen mit Behinderung, Eltern und Fachkräfte.

Preise für gute Praxis und Forschung

- Der DHG – Fachverband für unterstützte Teilhabe schreibt den 8. DHG-Preis aus. Motto: „Unterstützte Teilhabe im Alter und am Lebensende“ für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und komplexem Unterstützungsbedarf. Dotierung: insgesamt 3.000 Euro.
- Die Stiftung Leben pur vergibt Förder- und Wissenschaftspreis zum Thema „Entscheidungsfindung und Willensbekundung von Menschen mit komplexer Behinderung“, je 5.000 Euro. Einreichungsschluss: 31. Oktober 2026.

Inklusive Schule: Hürden im Alltag

Das Deutsche Institut für Menschenrechte stellt am 12. November 2026 in einer digitalen Abschlusskonferenz die Ergebnisse seines Forschungsprojekts „Praktische Hürden beim Zugang zur inklusiven Schule“ vor, darunter eine bundesweite Online-Elternbefragung.

Einordnung

Die Meldungen zeigen, wie eng Pflege, Teilhabe und Zukunftssicherung für Familien verknüpft sind. Pflegende Eltern tragen einen großen Teil der Verantwortung – Entlastungsangebote sind für sie keine Kür, sondern Voraussetzung dafür, dass das Familienleben gelingt und Kinder mit Behinderung zuhause aufwachsen können, wie es Artikel 23 der UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht. Kürzungen an dieser Stelle treffen die Falschen.

Quelle/Anlass: Newsletter „kurz & knapp // KW 41“ des Bundesverbands für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm)

Thema: Informationen Gesundheit Familie & Kind | 12.10.2026 |

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