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06.10.2026

Pflegereform: Caritas sieht Licht und Schatten

Die Pflegereform der Bundesregierung ist nicht im Koalitionsstreit stecken geblieben, und einige der härtesten Einschnitte sind vom Tisch. Das ist die gute Nachricht aus Sicht des Deutschen Caritasverbands, der den Gesetzentwurf am 30. September bewertet hat. Ganz zufrieden ist der größte Wohlfahrtsverband Deutschlands aber nicht: Er sieht Licht und Schatten. Und er erwartet, dass im Frühjahr echte Strukturreformen folgen, die die Pflegeversicherung dauerhaft absichern.

Gut: Was vom Tisch ist

Gleich mehrere geplante Verschlechterungen hat die Regierung fallen gelassen, und die Caritas zeigt sich darüber erleichtert:
• Keine längeren Verweildauerstufen. Damit steigt der Eigenanteil für Menschen im Pflegeheim nicht noch zusätzlich.
• Keine Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige. Wer zu Hause pflegt, verliert also nicht auch noch bei der Altersvorsorge.
• Keine Kürzung des Pflegegeldes in den ersten drei Monaten bei den Pflegegraden 2 und 3.
Für Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa ist das ein wichtiges Signal. Ohne die häusliche Pflege sei eine ausreichende Versorgung in den kommenden 15 Jahren schlicht nicht denkbar, betont sie. Sie verdiene deshalb Anerkennung und Stärkung statt Kürzungen.

Wo es hakt

Sorgen macht sich die Caritas vor allem um die ambulanten Pflegedienste. Sie kennen die Pflegebedürftigen und ihre Familien oft seit Jahren. Deshalb sollten sie auch die neu eingeführte Pflegebegleitung übernehmen dürfen.
Außerdem droht das Sozialraumbudget wegzufallen. Daraus werden bisher einfache, aber wichtige Hilfen im Alltag bezahlt: die Begleitung zum Amt oder zur Arztpraxis, der Besuch im Senioren-Café. Darf das Geld künftig nicht mehr für den Fahrdienst zur Tagespflege genutzt werden, können viele Pflegebedürftige dieses Angebot gar nicht mehr wahrnehmen. Und damit fällt auch eine Entlastung für die Angehörigen weg.

Fazit

Die Reform ist besser als befürchtet, aber noch lange nicht gut. Dass Kürzungen bei pflegenden Angehörigen verhindert wurden, ist ein Erfolg. Die eigentliche Baustelle bleibt jedoch: Wer pflegebedürftig wird, trägt heute ein erhebliches finanzielles Risiko. Welskop-Deffaa bringt es auf den Punkt: In einer Gesellschaft des langen Lebens dürfen diese Risiken nicht bei alten Menschen am Lebensende abgeladen werden. Ob die angekündigten Strukturreformen im Frühjahr daran etwas ändern, wird sich zeigen.
Quelle: Deutscher Caritasverband

Thema: Informationen Gesundheit Familie & Kind | 06.10.2026 |

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