08.10.2026
Raúl Krauthausen warnt vor dem Abbau von Teilhabe
Der Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen blickt in seinem Newsletter „sent from my wheelchair“ mit Sorge in die USA – und auf Entwicklungen in Deutschland. Seine Botschaft: Menschenrechte gelten für alle oder für keinen. Dazu gibt es einen Überblick über aktuelle Themen von inklusiver Bildung bis zu barrierefreiem Reisen.
Die Sorge: Kürzungen und Institutionalisierung
Raúl Krauthausen, seit über 20 Jahren Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit, beschreibt eine Entwicklung in den USA: Staatliche Hilfen, die Menschen mit Behinderungen für ein selbstbestimmtes Leben brauchen, werden gestrichen. In einem zweiten Schritt würden Menschen zunehmend in Institutionen und „geschlossene Sonderwelten“ gedrängt. Vor einigen Tagen sei ein Satz aus dem US-Rehabilitationsgesetz gestrichen worden, der Menschen mit Behinderung vor Institutionalisierung schützt.
Krauthausen sieht ähnliche Tendenzen in Deutschland und nennt als Beispiele das Recht auf individuelle Schulbegleitung und das geplante Pflegeneuordnungsgesetz. Sein Appell richtet sich ausdrücklich an alle: „Liebe Menschen ohne Behinderung: Unsere Rechte sind Eure Rechte. Menschenrechte gelten für alle Menschen – oder für keinen.“
Das Recht, selbstbestimmt und in der Gemeinschaft zu leben, ist in Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention verankert. Für Familien von Menschen mit Down-Syndrom ist das eine zentrale Frage: Wo und wie können ihre Angehörigen als Erwachsene leben – mit der Unterstützung, die sie brauchen, und mit echter Wahlfreiheit?
Thema: Informationen Selbsthilfe | 08.10.2026 |
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