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27.10.2026

Sozialreformen sozial gerecht gestalten – Diakonie fordert Kurskorrektur, auch bei der Pflege

Die Diakonie Deutschland fordert die Bundesregierung auf, bei den aktuellen Sozialreformen dringend nachzusteuern. Besonders die geplante Pflegereform würde Pflegebedürftige und ihre Angehörigen stark belasten. Eine Forsa-Umfrage zeigt zugleich: Die Menschen vertrauen auf gemeinnützige soziale Angebote. Und im Oktober geht es in einem Fachforum um gelungene Inklusion in Kirche und Diakonie.

Reformen ja – aber sozial gerecht

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch betont im aktuellen Newsletter: Sozialreformen müssen in Zeiten tiefgreifender Veränderungen soziale Sicherheit stärken und dafür sorgen, dass Menschen die Unterstützung erhalten, die sie für ein Leben in Würde brauchen. Sie dürften gerade Menschen mit geringen Einkommen oder in Armut nicht zusätzlich belasten. Menschen müssten sich auf eine erreichbare soziale Infrastruktur verlassen können – vom ambulanten Pflegedienst über die Kita bis zur Schuldnerberatung.

Zur Pflegereform wird Schuch deutlich: In ihrer jetzigen Form würde sie Pflegebedürftige und ihre Angehörigen enorm belasten, den Pflegeberuf schwächen und gemeinnützige Pflegedienste in ihrer Existenz gefährden. „Der Bundestag muss eine deutliche Kurskorrektur am nun vorliegenden Gesetzentwurf der Bundesregierung vornehmen.“ Die Diakonie begleitet das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) kritisch und hat dazu eine eigene Informationsseite veröffentlicht.

Für Familien von Menschen mit Behinderungen ist das hochrelevant: Viele pflegen ihre Angehörigen über Jahre zu Hause und sind auf Pflegedienste, Entlastungsangebote und eine verlässliche Infrastruktur in Wohnortnähe angewiesen.

Forsa-Umfrage: Vertrauen in gemeinnützige Träger

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Diakonie mit 2.000 Befragten zeigt:

- 48 Prozent befürworten bei sozialen Angeboten eine Mischung aus staatlichen und gemeinnützigen Trägern.
- 68 Prozent ist es wichtig, dass soziale Träger klaren Werten verpflichtet sind.
- Für 55 Prozent spielt Gemeinnützigkeit eine wichtige Rolle.

Schuch wertet das als „starkes Signal“ für die Freie Wohlfahrtspflege. Viele Angebote für Menschen mit Behinderungen – von Wohnformen über Werkstätten bis zu Beratungsstellen – werden von gemeinnützigen Trägern erbracht.

Inklusion in Kirche und Diakonie

Am 26. und 27. Oktober 2026 findet digital das EKD-Fachforum „Inklusive Kirche gestalten“ statt. Die Fragen: Wie wird Inklusion in Kirche und Diakonie konkret gelebt? Was braucht es, damit Teilhabe gelingt und Barrieren tatsächlich abgebaut werden? Und wie lässt sich Inklusion unter realen gesellschaftlichen und finanziellen Bedingungen weiterentwickeln? Für viele Menschen mit Behinderungen und ihre Familien sind Kirchengemeinden wichtige Orte der Gemeinschaft.

Weitere Termine mit Bezug zu Teilhabe

- 26./27. Oktober 2026, Berlin: Jahrestagung des Bündnisses Kinder- und Jugendreha zu besseren Zugängen zur Rehabilitation und Erkenntnissen aus den rehapro-Modellprojekten.
- 12. November 2026, Hannover: Fachtag zum Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung, der seit August 2026 schrittweise ab Klassenstufe 1 gilt. Ein inklusiver Ganztag ist für Kinder mit Behinderungen und ihre berufstätigen Eltern besonders wichtig.
- 16. bis 20. November 2026, digital: „WHO CARES“ – fünf Impulse zum Zeitdruck von Familien zwischen Arbeit, Betreuung und Pflege.

Fazit

Die Diakonie bringt auf den Punkt, was auch die Behindertenhilfe umtreibt: Reformen sind nötig, aber sie dürfen nicht auf Kosten derer gehen, die auf Unterstützung angewiesen sind.

 

Thema: Informationen Familie & Kind | 27.10.2026 |

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