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04.11.2026

Von der heilpädagogischen Kita zur inklusiven Kita – ein Beispiel

Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreuen und fördern – die Lebenshilfe im Rhein-Erft-Kreis zeigt, dass das gelingt. Schritt für Schritt hat sie ihre rein heilpädagogischen Kitas für alle Kinder geöffnet. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) stellt das Beispiel vor.

Ein Weg, der 2013 begann

Bereits 2013 gab es erste Überlegungen zur Umwandlung. 2015 eröffnete mit der Kita „Hürther Ströpp“ die erste inklusive Einrichtung des Trägers, mit heilpädagogischen und regulären Plätzen. Heute betreibt die Lebenshilfe im Rhein-Erft-Kreis drei inklusive Kitas und eine heilpädagogische Einrichtung in Brühl, Hürth, Erftstadt und Frechen. Dort werden rund 200 Kinder vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut – mit und ohne Förderbedarf, Behinderung oder chronische Erkrankung. Weitere Öffnungsschritte sind geplant.

Warum der Schritt?

Sebastian Stöcker, Geschäftsbereichsleitung Kindertagesstätten der Lebenshilfe Rhein-Erft, nennt im Interview mit dem LVR die Überzeugung als zentralen Auslöser, dass alle Kinder ein Recht auf gemeinsames Aufwachsen und Lernen haben. Bestärkt wurde der Weg durch gesellschaftliche Entwicklungen, die UN-Behindertenrechtskonvention und den steigenden Bedarf an inklusiven Plätzen. Ziel ist eine wohnortnahe Betreuung auch für Kinder mit erhöhtem Teilhabe- und Förderbedarf.

Herausforderungen ehrlich benannt

Leicht war der Weg nicht. Zu den größten Herausforderungen gehörten Finanzierung, Personalschlüssel, Unsicherheiten in den Teams und teilweise Vorbehalte bei Eltern. Geholfen haben laut Stöcker eine klare Haltung, transparente Kommunikation und die konsequente Einbindung aller Beteiligten – auch von Kostenträgern und Kommunen. Fortbildungen, Supervision und Zeit für Entwicklung seien entscheidend, um Teams Sicherheit zu geben.

Was sich für die Kinder verändert hat

Kinder mit Behinderung erleben mehr Teilhabe, Selbstbestimmung und soziale Kontakte. Kinder ohne Behinderung wachsen selbstverständlich mit Vielfalt auf und entwickeln Empathie und soziale Kompetenzen. Es entsteht eine Gemeinschaft, in der alle voneinander lernen.

Der LVR unterstützt solche Entwicklungen mit Beratung und Fortbildung. LVR-Dezernent Knut Dannat betont, Inklusion gelinge besonders gut, wo Träger, Fachkräfte und Eltern den Weg gemeinsam gestalten – und sie sei ein Gewinn für alle Kinder.

Mut machen für andere Träger

Stöcker rät zögernden Einrichtungen, die Öffnung als Entwicklungsschritt zu verstehen: klein anfangen, Erfahrungen sammeln, sich Unterstützung holen. Viele erlebten, dass sich im Alltag mehr umsetzen lasse als gedacht. Sein Wunsch: Inklusive Kitas sollen selbstverständlicher Standard werden. „Inklusion ist kein Sonderkonzept, sondern ein gemeinsamer Weg, von dem alle Kinder profitieren.“

Bedeutung für Familien

Für Eltern eines Kindes mit Down-Syndrom kann eine inklusive Kita in Wohnortnähe bedeuten, dass ihr Kind mit Nachbarskindern und Geschwistern gemeinsam aufwächst – statt weite Wege zu einer Sondereinrichtung zu fahren. Das Beispiel aus dem Rhein-Erft-Kreis zeigt, dass diese Entwicklung machbar ist, wenn alle Beteiligten sie wollen und gut begleitet werden.

Mehr Informationen: https://www.google.com/url?q=https://www.lvr.de&source=gmail&ust=1791525887068000&sa=E

Quelle: Meldung „LVR aktuell“ des Landschaftsverbands Rheinland

Thema: Informationen Familie & Kind | 04.11.2026 |

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