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26.10.2026

Was eine Schwangerschaft den Körper kostet – und warum Mütter mehr Zeit zur Erholung brauchen

Eine große Studie aus Israel und den USA zeigt: Schwangerschaft und Geburt wirken viel länger im Körper nach als gemeinhin angenommen. Manche Werte sind noch anderthalb Jahre nach der Geburt verändert. Ein wichtiger Befund für alle Familien – und ein Argument für mehr Unterstützung junger Eltern.

Eine Studie mit Millionen Messwerten

Forschende werteten Daten von mehr als 300.000 Geburten aus, insgesamt rund 44 Millionen Messungen aus den Jahren 2003 bis 2020. Die anonymisierten Daten stammen von Israels größtem Gesundheitsdienstleister. Einbezogen wurden Frauen zwischen 20 und 35 Jahren, die keine Medikamente einnahmen und keine chronische Erkrankung hatten. Betrachtet wurden 76 Parameter – darunter Cholesterin, Immunzellen, rote Blutkörperchen, Entzündungswerte sowie Leber-, Nieren- und Stoffwechselwerte. Geleitet wurde die Studie von dem Systembiologen Uri Alon vom Weizmann Institute of Science; sie erschien in Science Advances.

Erholung dauert Monate – manchmal länger

Rund die Hälfte (47 Prozent) der Werte stabilisierte sich im ersten Monat nach der Geburt. Bei weiteren 41 Prozent dauerte es drei Monate bis zu einem Jahr. Cholesterin- und Leberwerte normalisierten sich erst nach etwa sechs Monaten, der Leberwert ALP sogar erst nach einem Jahr. Einige Werte waren auch 80 Wochen nach der Geburt noch deutlich verändert: Entzündungsmarker blieben erhöht, Eisen- und Hämoglobinwerte niedriger. Ob das an Verhaltensänderungen nach der Geburt oder an dauerhaften körperlichen Auswirkungen liegt, ist noch offen.

Die Forscherin Jennifer Hall vom University College London sieht darin einen „biologischen Beweis“, dass die gesellschaftliche Erwartung einer schnellen Erholung nach der Geburt nicht zutrifft.

Was das für Familien bedeutet

Während der Schwangerschaft verändern sich Herz-Kreislauf-System, Atmung, Hormone, Nieren, Immunsystem, Skelett und Stoffwechsel tiefgreifend; das Blutvolumen steigt um bis zu 50 Prozent. Schwangerschaft und die Zeit danach gehen mit einem erhöhten Risiko für Depressionen, Schwangerschaftsdiabetes, Blutarmut und Gerinnungsstörungen einher.

Für alle Eltern heißt das: Die Zeit nach der Geburt braucht Ruhe, Unterstützung und Verständnis – auch über das Wochenbett hinaus. Das gilt besonders für Familien, deren Kind von Anfang an besondere Unterstützung braucht, etwa ein Kind mit Down-Syndrom. Hier kommen zur körperlichen Erholung oft zusätzliche Termine, Informationen und Organisationsaufgaben hinzu. Gut erreichbare Hilfen, entlastende Angebote und Beratung, die auf die Situation der ganzen Familie schaut, sind deshalb keine Extras, sondern Gesundheitsvorsorge.

Früherkennung von Risiken

Die Forschenden fanden zudem, dass Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen andere Marker aufwiesen als Frauen ohne Komplikationen. Künftig könnte es dadurch möglich werden, ein erhöhtes Risiko etwa für Präeklampsie oder Schwangerschaftsdiabetes schon vor einer Schwangerschaft zu erkennen und Frauen frühzeitig zu unterstützen.

Quelle/Anlass: Zeitungsartikel „Was eine Schwangerschaft den Körper wirklich kostet“ von Jeannette Cwienk (07.04.2025),  Originalstudie: https://www.google.com/url?q=https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adr7922&source=gmail&ust=1791439195709000&sa=E

Thema: Informationen Gesundheit Familie & Kind | 26.10.2026 |

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