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16.10.2026

Engagement unter Druck: Patenschaftsprogramm „Menschen stärken Menschen“ steht auf der Kippe

Der Haushaltsentwurf 2027 sieht keine Fortführung des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ vor. Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ruft zur Petition auf – und sein aktueller Newsletter zeigt, wie eng Engagement und Teilhabe zusammenhängen.

Petition für Teilhabe und Zusammenhalt

Mehr als 5.500 Menschen haben bereits die Petition des BBE zum Erhalt des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ unterschrieben. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht bislang keine Fortführung des Patenschaftsprogramms vor. Damit stehen nach Angaben des BBE bewährte Projekte, gewachsene Netzwerke und wichtige Angebote für soziale Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit auf dem Spiel. Das BBE setzt sich gemeinsam mit den Programmträgern für den Erhalt und eine langfristige Förderung ein.

Patenschaften als Brücke in Arbeit und Gesellschaft

Wie Patenschaften wirken, zeigt ein neuer Fachbeitrag des BBE-Projekts „Pat*innen, Mentor*innen, Lots*innen“. Er beschreibt, wie Zivilgesellschaft und Behörden – etwa die Bundesagentur für Arbeit – gemeinsam Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen können. Am 3. November 2026 findet der 11. BBE-Fachkongress im Programm statt, Anmeldung bis 20. Oktober.

Barrieren im Engagement abbauen

Mehrere Meldungen im Newsletter berühren Fragen der Zugänglichkeit:
- Berlin hat eine App für die digitale Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg eingeführt. Wichtig für alle ohne Smartphone: Die physische Karte kann weiterhin beantragt werden. Anspruch haben Menschen, die sich mindestens 200 Stunden im Jahr freiwillig engagieren.
- Bei einer Sitzung der BBE-Arbeitsgruppen zu Freiwilligendiensten betonten junge Engagierte: Engagement lässt sich nicht erzwingen, es muss ermöglicht werden. Diskutiert wurden finanzielle und soziale Zugangshürden.
- Die Grüne Akademie der Heinrich-Böll-Stiftung befasste sich mit der Zugänglichkeit von Engagement mit Blick auf Geschlecht, Lebensphase und soziale Herkunft.
- Der Wettbewerb #zusammen des Wissenschaftszentrums Berlin sucht Projekte für gesellschaftlichen Zusammenhalt, ausdrücklich auch solche, die Barrieren abbauen. Bewerbungsschluss ist der 26. Oktober 2026.

Kürzungen treffen die Zivilgesellschaft breit

Auch an anderen Stellen wird gespart: Der Fonds Soziokultur soll 2027 von rund 3,58 auf 2,9 Millionen Euro sinken; 2026 wurden nur 200 von 1.425 Anträgen bewilligt. Der Bericht „Zivilgesellschaft in Deutschland 2026“ der Maecenata Stiftung bescheinigt der Zivilgesellschaft zwar Widerstandskraft, mahnt aber einen wirksamen Schutz ihres Handlungsraums an.

Was das für Menschen mit Behinderungen bedeutet

Selbsthilfe, Elternvereine, inklusive Freizeitangebote und Patenschaften leben vom Engagement vieler Menschen – und von verlässlicher Förderung. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert in Artikel 29 und 30 die Teilhabe am politischen, öffentlichen und kulturellen Leben. Wenn Programme und Fonds gekürzt werden, verlieren gerade Menschen mit Behinderungen oft wichtige Begegnungsorte und Unterstützung. Es lohnt sich deshalb, die Anliegen der Zivilgesellschaft aktiv zu unterstützen – und darauf zu achten, dass Engagement selbst barrierefrei wird.

Weitere Informationen: https://www.b-b-e.de

Thema: Informationen Familie & Kind Selbsthilfe | 16.10.2026 |

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