Jobcoaches am Arbeitsplatz – neues Online-Verzeichnis erleichtert die Suche
Wer als Mensch mit Behinderung oder als Arbeitgeber*in Unterstützung direkt im Arbeitsalltag sucht, findet qualifizierte Jobcoaches jetzt leichter. Das Informationsportal REHADAT bündelt ihre Kontaktdaten erstmals in einem zentralen Online-Verzeichnis.
Was ist neu?
Seit dem 1. Oktober 2026 gibt es bei REHADAT ein zentrales Online-Verzeichnis für Jobcoaches am Arbeitsplatz. Zum Start sind Jobcoaches aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen aufgeführt, weitere Bundesländer sollen folgen. Das LVR-Inklusionsamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) stellt dafür die Daten qualifizierter Jobcoaches aus dem Rheinland bereit.
Das Verzeichnis richtet sich an Menschen mit Behinderung, an Arbeitgeber*innen, an Beratungsstellen und an die Reha-Träger, die für die berufliche Teilhabe zuständig sind. Es soll die Suche nach geeigneten Fachkräften vereinfachen und einen schnellen Zugang zu Unterstützung direkt am Arbeits- oder Ausbildungsplatz ermöglichen.
Was macht ein Jobcoach?
Jobcoaching findet genau dort statt, wo die Arbeit passiert: im Betrieb, am Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Der Jobcoach arbeitet gemeinsam mit der beschäftigten Person, mit Vorgesetzten und mit Kolleg*innen. Zusammen werden passgenaue Lösungen für den Arbeitsalltag entwickelt und gleich vor Ort ausprobiert.
Das Ziel: Die beschäftigte Person soll ihre Arbeit möglichst selbstständig ausüben können. Gleichzeitig sollen Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse stabilisiert und dauerhaft gesichert werden.
Christoph Beyer, Fachbereichsleiter des LVR-Inklusionsamtes, beschreibt den Nutzen so: Mit dem neuen Verzeichnis werde es für Menschen mit Behinderung und für Betriebe einfacher, qualifizierte Unterstützung in ihrer Nähe zu finden. Jobcoaching setze unmittelbar im Arbeitsalltag an – dort, wo Unterstützung gebraucht wird. So könnten gemeinsam Lösungen entstehen, die Beschäftigten und Betrieben gleichermaßen helfen.
Warum das für Teilhabe wichtig ist
Die UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 27) garantiert Menschen mit Behinderungen das Recht auf Arbeit in einem offenen, inklusiven Arbeitsmarkt. Damit dieses Recht im Alltag ankommt, braucht es oft konkrete, persönliche Begleitung – gerade beim Einstieg in einen neuen Job, in eine Ausbildung oder wenn sich Aufgaben verändern.
Für viele Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien ist die Frage zentral: Wie gelingt ein guter und dauerhafter Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt? Jobcoaching kann hier eine wichtige Brücke sein. Es setzt nicht auf Sonderwelten, sondern auf Lösungen im ganz normalen Betrieb – zusammen mit dem Team vor Ort. Bisher war es allerdings oft mühsam herauszufinden, wer in der eigenen Region überhaupt als Jobcoach tätig ist. Ein zentrales Verzeichnis senkt diese Hürde.
Tipps für Betroffene und Familien
Das Verzeichnis ist ein guter Startpunkt, um Ansprechpersonen in der Nähe zu finden. Wer in Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Sachsen lebt, kann direkt nachschauen. Für Fragen zur Finanzierung und Beantragung lohnt sich das Gespräch mit Beratungsstellen und dem zuständigen Reha-Träger, die ebenfalls zur Zielgruppe des Verzeichnisses gehören. Auch Arbeitgeber*innen können das Angebot nutzen, um Unterstützung für ihr Team zu finden.
Links:
REHADAT-Verzeichnis: https://www.google.com/url?q=http://www.rehadat-adressen.de/adressen/arbeit-beschaeftigung/jobcoaches-am-arbeitsplatz&source=gmail&ust=1791276683214000&sa=E
Informationen des LVR: https://www.google.com/url?q=http://www.lvr.de/jobcoaching&source=gmail&ust=1791276683214000&sa=E
Thema: Informationen Familie & Kind Selbsthilfe | 08.10.2026 |