03.11.2026
Reform der Kinder- und Jugendhilfe – Zeitplan steht, Kritik wächst
Das Erste Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (1. KJHSRG) ist in der parlamentarischen Beratung. Für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und ihre Familien hat es erhebliche Bedeutung – zahlreiche Verbände sehen den Entwurf kritisch.
Der Zeitplan
Im DBR-Arbeitsausschuss wurde über den aktuellen Zeitplan informiert:
- Bundesrat, 1. Lesung: 25. September 2026
- Kabinettbeschluss zur Gegenäußerung: 30. September 2026
- Bundestag, 1. Lesung: 8. Oktober 2026
- Anhörung: 12. Oktober 2026
- Bundestag, 2./3. Lesung: 13. November 2026
- Bundesrat, 2. Lesung: 18. Dezember 2026
Was die Verbände sagen
- Bundesvereinigung Lebenshilfe: Sie hat eine Stellungnahme und eine Pressemitteilung veröffentlicht – mit dem deutlichen Titel „Das ist eine Reform, die ihren Namen nicht verdient“.
- Bundesverband behinderter Pflegekinder (BbP): Auch für behinderte Pflegekinder und ihre Familien hat das neue Gesetz erhebliche Folgen für ihre Teilhabechancen, wie der Verband in seiner Stellungnahme darlegt.
- Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ): Ihre Stellungnahme trägt den Titel „1. KJHSRG-Regierungsentwurf führt zu rasantem Reformkarussell statt zu kohärentem Gesamtkonzept“.
- Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW): Auch sie hat eine eigene Positionierung veröffentlicht.
- Verbändeübergreifender Zwischenruf: Mehrere Fachverbände fordern gemeinsam: „Keine Mitteilungspflicht des Jugendamtes an Familiengerichte, wenn Eltern Hilfen im Kinderschutz ablehnen!“
Warum das Familien mit Kindern mit Behinderung betrifft
Seit Jahren wird darüber diskutiert, die Zuständigkeit für alle Kinder und Jugendlichen – mit und ohne Behinderung – unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe zusammenzuführen. Das Ziel einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe entspricht dem Gedanken der UN-Behindertenrechtskonvention: Kinder sind zuerst Kinder. Entscheidend ist aber, wie eine solche Reform ausgestaltet wird – und ob sie die Teilhabe von Kindern mit Behinderung tatsächlich stärkt.
Die Kritik der Verbände zeigt, dass hier noch viel Klärungsbedarf besteht. Mit der 2./3. Lesung am 13. November rückt die Entscheidung im Bundestag näher.
Quelle: Newsletter des Deutschen Behindertenrats 06/2026 (27. Oktober 2026)
Thema: Informationen Familie & Kind Selbsthilfe | 03.11.2026 |
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