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30.10.2026

„Reisen für Alle“ – geprüfte Informationen statt Pauschalversprechen zur Barrierefreiheit

Wer mit Behinderung reist, braucht verlässliche Angaben darüber, was vor Ort wirklich zugänglich ist. Das bundesweite Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ will genau das leisten – und sucht jetzt den Austausch mit Verbänden und Selbsthilfeorganisationen.

Urlaub ist Teilhabe

Reisen, Ausflüge, ein Wochenende in einer anderen Stadt: Das gehört für viele Menschen selbstverständlich zum Leben. Für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien beginnt die Reise aber oft mit einer mühsamen Recherche. Ist das Hotel wirklich stufenlos erreichbar? Gibt es verständliche Informationen? Passt das Angebot zu den eigenen Bedürfnissen? Allgemeine Hinweise wie „barrierefrei“ helfen dabei wenig, weil Barrierefreiheit für jeden Menschen etwas anderes bedeuten kann. Die UN-Behindertenrechtskonvention erkennt ausdrücklich das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe an Freizeit, Erholung und Tourismus an – verlässliche Informationen sind dafür eine Grundvoraussetzung.

Was „Reisen für Alle“ ist

Mit „Reisen für Alle“ gibt es in Deutschland ein bundesweit einheitliches Kennzeichnungssystem für Barrierefreiheit im Tourismus. Die Entwicklung begann 2011 als gemeinsames Projekt des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) und der NatKo (Tourismus für Alle Deutschland e. V.). Mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums wurden in mehreren Projektphasen die Grundlagen, Kriterien, Qualitätsstandards und die bundesweite Umsetzung aufgebaut. Koordiniert wird das System heute von der Bayern Tourist GmbH (BTG).

Kriterien, an denen Betroffene mitgearbeitet haben

Besonders wichtig aus Sicht der Selbsthilfe: Der bundesweit gültige Kriterienkatalog wurde von einer eigens einberufenen Fachgruppe erstellt, in der Expertinnen und Experten der Betroffenenverbände gemeinsam mit weiteren touristischen Akteuren gearbeitet haben. Die Kriterien gelten für sieben verschiedene Personengruppen. Damit wird anerkannt, dass Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen auch unterschiedliche Informationen brauchen.

So funktioniert das System

Touristische Angebote werden vor Ort erhoben und nach den einheitlichen Kriterien geprüft. Daraus entstehen detaillierte Informationen, mit denen Reisende schon vor der Buchung besser einschätzen können, ob ein Angebot zu ihren individuellen Anforderungen passt. Zusammengefasst steht „Reisen für Alle“ für:

- bundesweit einheitliche Kriterien
- Erhebung der Angebote vor Ort
- detaillierte Informationen statt pauschaler Aussagen zur Barrierefreiheit
- Informationen für unterschiedliche Personengruppen
- mehr Orientierung bei der Reiseplanung

Was das für Familien bedeutet

Für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Angehörigen kann es einen großen Unterschied machen, ob man sich auf Angaben verlassen kann oder vor Ort Überraschungen erlebt. Detaillierte, geprüfte Informationen stärken die Selbstbestimmung: Reisende entscheiden selbst, was für sie passt, statt sich auf ein pauschales Etikett verlassen zu müssen.

Selbsthilfe ist gefragt

Die Koordinierungsstelle möchte „Reisen für Alle“ künftig noch stärker mit Verbänden und Selbsthilfeorganisationen vernetzen. Angeboten wird eine kurze, unverbindliche digitale Vorstellung des Systems. Ausdrücklich interessiert ist die Koordinierung an der Perspektive der Verbände: Welche Informationen rund ums Reisen sind für ihre Mitglieder besonders relevant? Das ist eine gute Gelegenheit, die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien direkt einzubringen.

Weitere Informationen: https://www.google.com/url?q=https://www.reisen-fuer-alle.de&source=gmail&ust=1792043814048000&sa=E

Quelle: Rundschreiben der Bundeskoordinierung „Reisen für Alle“ (Bayern Tourist GmbH)

Thema: Informationen Gesundheit Familie & Kind Selbsthilfe | 30.10.2026 |

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