Blog Aktuell
Reform der Eingliederungshilfe, Kürzungen im Pflegeneuordnungsgesetz, gepoolte Schulbegleitungen: Der aktuelle Kurznewsletter des Bundesverbands für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) zeigt, an wie vielen Stellen Teilhaberechte gerade verteidigt werden müssen – und wo Familien konkrete Hilfe finden.
Seit 2022 bezahlen die Krankenkassen den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT). Das Deutsche Institut für Menschenrechte unterstützt nun nachdrücklich einen fraktionsübergreifenden Antrag im Bundestag, die Folgen systematisch zu untersuchen – mit Menschen mit Behinderungen am Tisch.
Psychisch bedingte Krankschreibungen sind bei AOK-versicherten Beschäftigten in zehn Jahren um knapp 42 Prozent gestiegen. Der Fehlzeiten-Report 2026 zeigt aber auch: Gute Arbeit kann schützen – ein wichtiger Gedanke für eine inklusive Arbeitswelt.
Wer im Job Unterstützung durch ein Jobcoaching braucht, findet passende Fachleute jetzt leichter: REHADAT bündelt die Kontaktdaten qualifizierter Jobcoaches in einer neuen Übersicht. Gestartet wird mit Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen.
Seit 1996 hilft die gemeinnützige Stiftung Gesundheit Menschen, passende Ärztinnen, Ärzte, Kliniken und Therapien zu finden. Für Familien von Menschen mit Behinderungen und seltenen Erkrankungen kann eine solche Orientierung besonders wertvoll sein.
Die Bundesregierung hat am 14. Oktober 2026 Eckpunkte für einen besseren Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt beschlossen. Leitlinie ist ein Dreiklang aus Schutz, Befähigung und Teilhabe. Ein Überblick – mit Blick darauf, was das für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und ihre Familien bedeuten kann.
Am 11. November 2026 stellen 250 Schülerinnen und Schüler bei der Herbsttagung des Deutschen Ethikrates ihre Vorstellungen vom guten Leben vor. Der Vormittag wird live im Internet übertragen – eine Einladung, genau hinzuhören, wer in solchen Debatten zählt.
Der Schritt von der Kita oder Kindertagespflege in die Schule ist für jedes Kind ein großer – für Kinder mit Behinderungen oft ein besonders holpriger. Der Deutsche Verein widmet dem Thema am 23. und 24. November 2026 eine Fachtagung in Weimar. Anmeldeschluss ist der 22. Oktober.
Wer sein Sehvermögen verliert, muss vieles neu lernen – vom sicheren Gehen mit dem Langstock bis zum selbstständigen Kochen. Doch es fehlen Fachkräfte, die das vermitteln. Zum Tag des weißen Stockes am 15. Oktober fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deshalb einen Bachelor-Studiengang.
Der Haushaltsentwurf 2027 sieht keine Fortführung des Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“ vor. Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) ruft zur Petition auf – und sein aktueller Newsletter zeigt, wie eng Engagement und Teilhabe zusammenhängen.
Die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen (KBB) hat ein gemeinsames Positionspapier zum Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG) verabschiedet. Ihr Urteil ist deutlich: In der vorliegenden Form sei der Gesetzentwurf abzulehnen. Stattdessen fordern die Beauftragten die vollständige und verbindliche „Inklusive Lösung“.
Krankenkassen sollen Hilfsmittelbereiche künftig wieder ausschreiben dürfen. rehaKIND und 19 weitere Verbände warnen in einem gemeinsamen Positionspapier: Für Kinder mit Behinderung und ihre Familien stehen Qualität, Wahlfreiheit und gewachsene Versorgungsstrukturen auf dem Spiel.
Mehr als 160 Aktionen zum Tag der Selbsthilfe, rund 50.000 Gruppen bundesweit – und trotzdem ist die Finanzierung der Selbsthilfekontaktstellen zunehmend unsicher. Die NAKOS zeigt, was Selbsthilfe leistet und was sie braucht.
Seit dem 1. Oktober 2026 bietet REHADAT eine zentrale Übersicht über Jobcoaches am Arbeitsplatz. Menschen mit Behinderungen, Arbeitgeber und Beratungsstellen sollen so schneller qualifizierte Unterstützung finden. Zum Start sind Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen dabei.
Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) will die Bundesregierung den Gemeinsamen Jahresbetrag für Entlastungsleistungen streichen. Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) warnt: Für Eltern, die ihre Kinder mit Behinderung oft über Jahrzehnte zu Hause pflegen, ist das ein enormer Rückschritt.
Fast 500.000 Erwachsene mit Behinderungen erhalten Assistenzleistungen der Eingliederungshilfe, immer mehr davon im eigenen Wohnumfeld. Der BAGüS-Kennzahlenvergleich 2026 zeigt Fortschritte bei der Teilhabe – und steigende Ausgaben, die die Träger mit Sorge sehen.
Vor 20 Jahren brachten junge Menschen mit Seheinschränkung ein Musical über 200 Jahre Blindenbildung auf die Bühne. Am 12. Oktober 2026 sendet das inklusive Radio Ohrfunk den Mitschnitt – ein Stück Kulturgeschichte der Selbstbestimmung.
IQWiG startet Angebote für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Familien
Verständliche Gesundheitsinformationen sind eine Voraussetzung für Selbstbestimmung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einem zweijährigen Erprobungsprojekt erste Materialien in Leichter Sprache und für Familien veröffentlicht – kostenlos zum Abrufen und Bestellen.
Zum Tag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober appellieren die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie an Medien und Politik: Menschen mit psychischen Erkrankungen dürfen nicht zum Sündenbock der Sicherheitsdebatte werden. Geplante Registrierungen und eine aufgeweichte Schweigepflicht gefährden Grundrechte – und jahrelange Arbeit gegen Stigmatisierung.
Immer mehr Menschen mit Behinderung erhalten Ablehnungen bei der Eingliederungshilfe – oft mit fragwürdigen Begründungen. Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung raten: Ansprüche nicht vorschnell aufgeben. Eine neue, kostenfreie Praxishilfe zeigt, wie ein Widerspruch gelingt.
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