Selbsthilfe
Zum heute im Kabinett beschlossenen Gesetzentwurfs zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) erklärt Leander Palleit, Leiter der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte:
„Der Gesetzentwurf der Bundesregierung bleibt in vielen Punkten hinter den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention an eine inklusive und moderne Gesellschaft zurück. Die Privatwirtschaft wird nicht zu Barrierefreiheit verpflichtet, lediglich auf Anfrage und im Einzelfall muss sie Maßnahmen ergreifen. Selbst kleine Anpassungen von Gütern und Dienstleistungen werden bislang pauschal für unzumutbar erklärt, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Auch die Sanktions- und Klagemöglichkeiten sind im Entwurf auf ein Minimum beschränkt. So bleibt das Benachteiligungsverbot in der Privatwirtschaft nahezu wirkungslos und das geplante Gesetz wird kaum Verbesserungen für die Bürger*innen bringen. Deshalb legen wir den Abgeordneten des Bundestags dringend nahe, den Gesetzentwurf im parlamentarischen Verfahren nachzubessern und dafür zu sorgen, dass sich die Privatwirtschaft schrittweise für mehr Barrierefreiheit engagiert. Ein Blick in andere Länder, wie beispielsweise die USA, zeigt: Eine gesetzliche Verpflichtung zur Barrierefreiheit im privaten Sektor ist entscheidend für eine nachhaltige und flächendeckende Umsetzung.
Der Evangelische Bundesfachverband für Teilhabe (BeB) veröffentlicht mit „Schau doch meine Hände an“ eine neue App zur gebärdenunterstützten Kommunikation. Die Anwendung richtet sich an Menschen mit kognitiver und sprachlicher Beeinträchtigung und unterstützt sie dabei, ihre Kommunikation im Alltag niedrigschwellig und visuell zu gestalten.
Die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen (MLBF) ist eine neu gegründete, gemeinsame Behörde aller Bundesländer mit Sitz in Sachsen-Anhalt. Sie überwacht die Einhaltung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) und prüft, ob betroffene Produkte und Dienstleistungen tatsächlich barrierefrei sind.
Derzeit baut die MLBF ihren Prüfbereich auf und hat entsprechende Stellen ausgeschrieben. Aus unserer Sicht birgt die Besetzung dieser Stellen mit Menschen mit Erfahrung mit Menschen mit Down-Syndrom eine Chance: Wenn fachliche Qualifikation und eigene Betroffenheit zusammenkommen, kann Barrierefreiheit praxisnah und konsequent an den tatsächlichen Bedarfen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichtet werden.
Stellenausschreibung im Bereich Prüfung der Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen (MLBF AöR)
https://akds.info/MLBF
Makler dürfen Wohnungssuchende nicht benachteiligen, weil sie einen ausländisch klingenden Namen haben. Wenn dies belegbar ist, stellt es eine unzulässige Diskriminierung dar und löst einen Schadensersatzanspruch nach dem AGG aus. Siehe https://t1p.de/5g7y8 sowie Informationen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: https://t1p.de/wghz1
Die Kommission zur Sozialstaatsreform (KSR) hat Vorschläge zur Modernisierung und Entbürokratisierung der verschiedenen Sozialleistungssysteme (Bürgergeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld) vorgelegt. Die Diskussion hierzu kann in den Medien verfolgt werden.
Eine erste Bewertung des Paritätischen zu den Vorschlägen finden Sie unter: https://t1p.de/620iz
Lebenshilfe warnt vor Einschnitten bei der Eingliederungshilfe nach Bericht der Sozialstaatskommission.
Berlin. Die Sozialstaatskommission empfiehlt dem Bundessozialministerium, sich bei der Eingliederungshilfe auf zeitnahe Kostensenkungen zu fokussieren, etwa durch Änderungen im Vertragsrecht zum Umgang mit Tarifsteigerungen.
Steuermerkblatt aktualisiert: Ab sofort steht das bewährte Merkblatt des bvkm wieder als aktuelle barrierefreie Online-Version zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der jährlich aktualisierte Ratgeber gibt Steuertipps für Familien mit behinderten Kindern und folgt Punkt für Punkt dem Aufbau der Formulare für die Einkommensteuererklärung 2025. Berücksichtigt sind die Erhöhung des Kinderfreibetrages sowie des Grundfreibetrags. Auf die Erhöhung der Pendlerpauschale zum 1. Januar 2026 geht der Ratgeber ebenfalls ein.
https://bvkm.de/wp-content/uploads/2026/01/PM_bvkm_Steuermerkblatt_2026.pdf
Blindengeld im Saarland und in Schleswig-Holstein steigt
Eine bereits 2024 beschlossene Erhöhung des Blindengeldes im Saarland (dort Teilhabegeld genannt) tritt im Januar in Kraft. Der Nachteilsausgleich steigt jeweils um 10 Euro monatlich. Volljährige blinde Menschen erhalten nun 460 Euro, minderjährige blinde Menschen 327 Euro. Für taubblinde Menschen betragen die Leistungen 685 Euro (für Volljährige) bzw. 486 Euro (für Minderjährige) pro Monat.
Auch in Schleswig-Holstein geht es voran: Kurz vor Jahresende 2025 hatte der Landtag eine Erhöhung des Landesblindengeldes um 25 Euro monatlich beschlossen. Diese wird ab dem 1. April 2026 ausgezahlt. Zusätzlich erhalten die Berechtigten eine Einmalzahlung in Höhe von 75 Euro, sodass die Erhöhung faktisch ab Januar 2026 gilt. Das Landesblindengeld beträgt damit 350 Euro pro Monat für erwachsene blinde Menschen, 250 Euro für minderjährige blinde Menschen und 450 Euro für taubblinde Menschen.
BAG SELBSTHILFE gedenkt der Opfer nationalsozialistischer „Euthanasie“-Verbrechen
Düsseldorf, 26.01.2026. Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 erinnert die BAG SELBSTHILFE an die Menschen mit Behinderungen, die im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet, zwangssterilisiert und ermordet wurden. Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal an der Tiergartenstraße 4 in Berlin wird an diesem Tag der Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen gedacht.
Die Dokumentation eines Projekts der Aktion Mensch können Sie in der Geschäftsstelle bestellen
Schreiben Sie uns an .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Email-Adresse zu sehen) mit Stichwort “Museumsprojekt”
Die neue Kampagne „Mach dich fit gegen Einsamkeit!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist gestartet. Im Netz und im Stadtbild macht sie darauf aufmerksam, wie verbreitet Einsamkeit ist – und wie wichtig es ist, dagegen aktiv zu werden. Die Kampagne sensibilisiert zum Thema und soll dazu beitragen, Gemeinschaft zu stärken – beginnend mit kleinen Gesten im Alltag.
Bundesfamilienministerin Karin Prien: „Einsamkeit ist eine Herausforderung, die alle angeht – und genau deshalb müssen wir ihr gemeinsam begegnen. Mit unserer Kampagne geben wir einen Impuls in die dunkle Jahreszeit: Mach dich fit gegen Einsamkeit! Wem es im Alltag gelingt, auf andere zuzugehen, bleibt verbunden und stärkt auch das eigene seelische Wohlbefinden. Einsamkeit ist ein Warnsignal – wir wollen verhindern, dass sie sich verfestigt und Menschen dauerhaft belastet. Schon kleine Gesten können zeigen: Du bist nicht allein. Damit stärken wir nicht nur einzelne Menschen, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt.“
Bildungsangebote für Selbsthilfegruppenteilnehmende
Ihr wollt in Selbsthilfegruppen und -verbänden aktiv werden und interessiert euch für aktuelle Methoden der Gruppenarbeit?
Wie funktioniert Öffentlichkeitsarbeit oder wie können Aufgaben und Verantwortung in der Gruppe besser verteilt werden?
Schaut auf die Seite der Selbsthilfeakademie NRW – der Plattform für Weiterbildung und Lernen in der Selbsthilfe in NRW.
Die Angebote sind dank der Projektförderung der AOK Rheinland-Hamburg und AOK NordWest kostenlos.
Der großflächige Stromausfall im Südwesten Berlins hat deutlich gemacht, wie sensibel und verwundbar unsere kritische Infrastruktur ist – insbesondere im Gesundheits- und Pflegesystem. Das Ereignis hat eindrücklich gezeigt, wie unzureichend Pflege- und Gesundheitseinrichtungen auf solche Extremereignisse vorbereitet sind. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) fordert deshalb: Pflegefachpersonen müssen zentral in die Krisenvorsorge eingebunden werden.
Was der plötzliche Ausfall von Strom in den “besonderen Wohnformen” angerichtet hat, in denen Betreuung auf das vor allem wirtschaftlich unbedingt notwenige gekürzt ist, bleibt besorgniserregend. Eltern können sich wohl nur wenig darauf verlassen aus der Verantwortung entlassen zu sein.
Gülcan Miyanyedi von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation schreibt im Vorwort des aktuellen Reha-Infos über Voraussetzungen der gesellschaftlichen Teilhabe. Dabei stellt sie unter anderem fest “Gerade für Menschen mit Behinderungen ist verständliche Sprache ein zentraler Schlüssel zu gleichberechtigter Teilhabe. Viele amtliche Informationen, Anträge oder medizinische Unterlagen sind kompliziert formuliert – für viele Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder Sinnesbehinderungen kaum nutzbar. Für sie ist Einfache oder Leichte Sprache kein Zusatzangebot, sondern Voraussetzung, um ihr Recht auf Selbstbestimmung und Information wahrnehmen zu können.”
https://akds.info/reha-info-sprache
Bis einschließlich Dreikönig (06.01.2026) machen wir Pause! Sie können gerne in älteren Nachrichten stöbern oder uns eine Geschichte zum Veröffentlichen schicken. Wir wünschen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Rüberkommen in das neue Jahr 2026!
Hier erhalten Sie wieder sämtliche Hinweise zum Streamingangebot in der kommenden Woche – ein Programm, das diesmal die Weihnachtsfeiertage miteinschließt und mit dem wir gleichzeitig das Jahr 2025 beenden wollen.
Für diesen Jahresausklang gibt es eine „Woche der UNTERTITEL“.
Montag, 22.12.2025: „STiX in the City” ab 19:00 Uhr https://youtu.be/kJgLUjWBDRM
Dienstag, 23.12.2025: „TV-Includo” ab 19:00 Uhr https://youtu.be/zHF91MzCLLk
Mittwoch, 24.12.2025: „yoin” ab 19:00 Uhr https://youtu.be/O0ZvG6iqpOk
Donnerstag, 25.12.2025: „Doku” ab 19:00 Uhr https://youtu.be/e7AeKPd8LX0
Freitag, 26.12.2025: „yoin” ab 19:00 Uhr https://youtu.be/9WTYTO11mik
Wichtig: Das ca. 1-stündige Programm startet täglich um 19:00 Uhr und wird dann um 20:00 Uhr bzw. 21:00 Uhr wiederholt.
Viel Vergnügen beim Anschauen und eine fröhliche und gesunde Festtagswoche!
Mehr über inclumedia, mit dem der AK Down-Syndrom seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, erfahren Sie unter http://www.abm-medien.de/
Der evangelische Bundesfachverband für Teilhabe (BeB) warnt eindringlich vor den massiven Auswirkungen des für gestern geplanten Kabinettsbeschlusses zur Reform der Grundsicherung. Die vorgesehenen Änderungen gefährden zentrale Fortschritte bei sozialer Teilhabe, Inklusion und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sowie psychischer Erkrankung.
Wichtig fürs Empowerment ist zu wissen, wie Politik funktioniert. Die Stadt Wiehl, Modellkommune im Programm „Inklusion vor Ort“ der Aktion Mensch und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), hat zur Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen Videos in Leichter Sprache veröffentlicht. Die Videos beantworten Fragen wie „Warum ist Kommunalpolitik wichtig?“, „Wie geht das Wählen im Wahllokal?“ oder „Was passiert nach der Wahl?“.
https://akds.info/kommunalwahl2026
Berlin. Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember würdigte der Sozialverband Deutschland (SoVD) den Einsatz der Millionen Menschen, die sich in Deutschland freiwillig engagieren. Rund 28,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger übernehmen Verantwortung in Vereinen, Verbänden, Initiativen und Projekten – und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt.
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